Unterschiede und Gemeinsamkeiten
berufswahltheoretischer Beratungskompetenzen
und Unterstützungsprogramme

Im Rahmen des KA2-Projektes sollen sowohl der Beratungsbedarf der Schüler als auch die Unterschiede und Gemeinsamkeiten in der berufswahltheoretischen Beratungskompetenz der Lehrkräfte untersucht werden. Dabei wird auch ein Fokus auf die jeweiligen Unterstützungsprogramme an den unterschiedlichen Schulen gelegt. Die Notwendigkeit des Projektes besteht vor allem darin, eigene Kompetenzen in diesem Bereich zu stärken und Anreize für Verbesserungen zu generieren. Bislang ist völlig unklar, welche Beratungsmethoden und -instrumente in den unterschiedlichen Schulen eingesetzt werden. Klar ist aber, dass es hier Verbesserungsbedarf gibt, da die bisherigen Beratungen wenig genutzt werden, obwohl eine erhöhte Beratungsnachfrage besteht. Daher ist zu vermuten, dass sowohl eine Umstrukturierung als auch ein Methoden- und Instrumentenwechsel zum gewünschten Erfolg führen wird.

Unklar ist weiterhin, wie die Lehrkräfte auf Faktoren wie beispielsweise Migrationshintergrund, kognitive Leistungsfähigkeit oder Beratungsverhalten bei Misserfolg reagieren. Eine wissenschaftliche Analyse liegt bislang nicht vor. Daher ist hier mit einem Erkenntnisgewinn bezüglich des Aufbaus von Beratungskompetenzen und einer Überarbeitung der jeweiligen schulinternen Standards zu rechnen.

Folgende Partner werden an dem Projekt teilnehmen, wobei sowohl Schüler als auch Lehrkräfte unterschiedlicher Fachrichtungen eingebunden sind:

  • Kaufmännische Schule Lörrach (Deutschland) mit den Schwerpunkten Wirtschaft, Verwaltung und Gesundheit;
  • IIS Stendhal (Italien) mit den Schulschwerpunkten Naturwissenschaften, Sprachen, Wirtschaft und Landvermessung;
  • INS Anna Gironella de Mundet (Spanien) als allgemeinbildende Vollzeitschule und berufsbildende Schule mit den Schwerpunkten Mode, Elektrotechnik, Wartung und Ingenieurwesen.

Die Aktivitäten des Projektes sind so strukturiert, dass dabei die Projektphasen genau auf die Zielerreichung abgestimmt sind. Dabei sind stets alle Schulen eingebunden. Besonderen Wert wird auf die Anwendung des Best-Practice-Ansatzes gelegt.

In Phase 1 soll eine Ist-Analyse an den Schulen durchgeführt werden. Durch das Zusammentragen der Ergebnisse ist bereits in dieser Phase die Identifikation von Verbesserungspotenzial gegeben.  Weiterhin wird durch den Austausch zwischen den Schulen und der Vorstellung der Beratungsinstrumente der KS Lörrach die Ideenfindung für neue Instrumente angeregt.

In Phase 2 soll eine Soll-Analyse und anschließend ein Soll-Ist-Vergleich durchgeführt werden. Darüber hinaus kann jede Schule bereits nach der Soll-Analyse einen latenten Vergleich zu den eigenen Kompetenzen ziehen. Wieder ergeben sich hier erste Anknüpfungspunkte für den Optimierungsbedarf. Durch die Soll-Ist-Analyse werden Gründe für die Diskrepanzen zwischen dem Beratungsangebot und der Beratungsnachfrage identifiziert. Es ergeben sich Lösungsvorschläge für die beschriebene Mismatchproblematik.

In Phase 3 sollen Beratungsstandards und ein Messinstrument zu deren Überprüfung entwickelt werden. Hier sollen Faktoren wie z.B. Migrationshintergrund, Ideenlosigkeit, Perspektivlosigkeit und Heterogenität der Schüler direkt untersucht werden. Somit können die entwickelten Standards direkt auf die kritischen Faktoren abgestimmt werden.

In Phase 4 findet die Implementierung der Optimierungen statt. Durch die passgenauen und schulindividuellen implementierten Beratungsstandards ist in dieser Phase bereits mit einer Reduktion der Mismatchproblematik zwischen Angebot und Nachfrage zu rechnen.

In Phase 5 sollen die Beratungsstandards evaluiert werden. Durch die parallele Nutzung der entwickelten Scorecard und der Erhebung von Daten mittels Fragebögen wird für jede Schule eine Analyse des Angebots und der Nachfrage durchgeführt. Somit ist gewährleistet, dass die gesetzten Standards eine Optimierung und Erweiterung der Beratungskompetenzen ergeben.

In Phase 6 werden schulinterne Maßnahmen abgeleitet. Dieses Vorgehen dient zum einen dem kontinuierlichen Verbesserungsprozesses als auch der Identifikation von Nachsteuerungspotenzial. Dadurch wird die Passgenauigkeit der Beratungsstandards und -kompetenzen an den Schulen verbessert. Die Korrelation der Ergebnisse der IST-Analysen werden den erreichten Kompetenzgewinn verdeutlichen.

Durch die Interdisziplinarität und die unterschiedlichen Altersstrukturen der verschiedenen Schüler sowie Lehrkräfte wird sich ein Kompetenzgewinn dahingehend ergeben, dass sowohl Vorwärts- als auch Rückwärtsanalysen der zukünfigen und vergangenen Beratungsmöglichkeiten möglich sind.

Am Ende des Projekts sollen konkrete Handlungsergebnisse vorliegen. Beispielsweise sollen die entwickelten Beratungsstandards in Form eines Lehrerhandbuchs festgehalten werden, um eine nachhaltige Ergebnissicherung und -verbreitung zu gewährleisten.

Das Projekt findet im Zeitraum vom 01.11.2018 bis zum 31.10.2020 statt.

Hier finden Sie Informationen zum aktuellen Projektstand und den Projektergebnissen.

 

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Dieses Projekt wurde mit Unterstützung der Europäischen Kommission finanziert. Die Verantwortung für den Inhalt dieser Veröffentlichung (Mitteilung) trägt allein der Verfasser; die Kommission haftet nicht für die weitere Verwendung der darin enthaltenen Angaben.